WIIW Spring Seminar 2026: Integration im Angesicht demografischer Herausforderungen
Die Paneldiskussion wurde moderiert von Sandra Leitner (wiiw). Neben Sandra Ivkic (ÖIF) nahmen auch Stefan Jestl (Stadt Wien), Judith Kohlenberger (WU Wien) und Alessandra Venturini (Universität Turin) teil. © Ivkic/ÖIF
Sandra Ivkic hob hervor, dass erfolgreiche Integration möglichst früh beginnen müsse und parallel zur Arbeitsmarktintegration stattfinden sollte. © Ivkic/ÖIF
Am 28.05.2026 fand das wiiw Spring Seminar 2026 im Wiener Rathaus statt. © wiiw
Am 28. Mai 2026 fand im Wiener Rathaus das Spring Seminar 2026 “Urban Human Capital Nexus: Navigating Ageing, Culture, Markets, and Integration” des Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) in Kooperation mit der Stadt Wien statt. Diese Veranstaltung bot Expert/innen die Möglichkeit, darüber zu diskutieren, wie städtische Gebiete angesichts demografischer und gesellschaftlicher Veränderungen dynamisch und resilient bleiben können. Dabei nahm Sandra Ivkic, Gesamtleitung Integrationsmaßnahmen, für den ÖIF als Expertin an der zentralen Paneldiskussion des Abends teil.
Migration und Arbeitsmarkt
Schwerpunkt der Diskussion war die Mobilisierung des Arbeitskräftepotenzials von Zuwander/innen. Klar sei, dass Migration allein keine Lösung für sinkende Fertilitätsraten sein könne – es könne jedoch stabilisierend auf den Arbeitsmarkt wirken und Fachkräfteengpässe abfedern. Gleichzeitig gilt, dass die positiven wirtschaftlichen Effekte von Migration wesentlich davon abhängen, wie erfolgreich im Zuge dessen der Einstieg in Beschäftigung gelingt. Insbesondere die Integration gering qualifizierter Zuwander/innen ist eine große Herausforderung, welche oftmals langfristige und zielgruppenspezifische Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen erfordert und nicht kurzfristig erreicht werden kann.
Stärkung von Frauen als wichtigste integrationspolitische Aufgabe
Eine starke Einigkeit in der Diskussion bestand darin, dass Frauenförderung und Empowerment, insbesondere im Integrationsbereich, langfristige Investitionen darstellen, die nicht nur die individuelle Selbstständigkeit und gesellschaftliche Mitwirkung stärken, sondern auch positive Auswirkungen auf die Bildungs- und Integrationschancen der nächsten Generation haben. Statistiken belegen, dass insbesondere Frauen aus Teilen der syrischen, afghanischen und somalischen Communities u.a. durch kulturelle und familiäre Einschränkungen sowie mangelnde Sprachkenntnisse deutlich seltener erwerbstätig sind als dies in anderen Gruppen der Fall ist.
Sandra Ivkic: “Arbeitsmarktintegration und Sprachförderung parallel denken”
Im Rahmen der Diskussion hob Sandra Ivkic hervor, dass Integration möglichst früh beginnen müsse und insbesondere Sprachförderung, Orientierung, Qualifizierung und die Heranführung an den Arbeitsmarkt entscheidende Voraussetzungen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Mitwirkung darstellen. Dabei sollten der Einstieg in die Arbeit und das Deutschlernen parallel stattfinden: Sprache wird besonders effektiv im beruflichen Alltag erlernt und angewendet. Gleichzeitig fördert der Arbeitsplatz durch den täglichen Kontakt mit Kolleg/innen die gesellschaftliche Integration, den Aufbau sozialer Netzwerke und den Austausch mit Menschen außerhalb der eigenen Community.